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Karl Dedecius Stiftung

Jahresberichte

Jahresbericht für 2021
Am 20. Mai 2021 hätte Karl Dedecius seinen 100. Geburtstag gefeiert. Dies nahm sich die Karl Dedecius Stiftung zum Anlass, auf die Verdienste ihres Gründers aufmerksam zu machen.
2014_01_DSC0543_190px ©Adam Czernenko

Unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters der Stadt Frankfurt (Oder), René Wilke und der Schirmherrschaft des Bürgermeisters der Partnerstadt Słubice, Mariusz Olejniczak wurde das Karl-Dedecius-Jahr gefeiert. Im Rahmen der Initiative „Dedecius 100“ wurden zahlreiche Institutionen aus Deutschland und Polen eingeladen in ihren Städten, eigene Veranstaltungen, die an das Wirken von Karl Dedecius erinnern würden, zu organisieren. Die Formate wurden den Organisatoren freigestellt. Auf diese Weise kamen Diskussionsrunden, Lesungen, Mal- oder Schreibwettbewerbe, Schul- und Seniorenprojekte, Ausstellungen und Konzerte zustande. Trotz der Pandemie und unter der Beteiligung von ca. 40 Institutionen, Universitäten und Bildungseinrichtungen aus beiden Ländern fanden knapp 50 Veranstaltungen statt – diese wurden in einem Online-Kalender auf der Seite der Karl Dedecius Stiftung präsentiert. Weitere Initiativen sind jetzt schon für das nächste Jahr geplant.

Den Höhepunkt aller Initiativen, die für das Jahr 2021 vorgesehen waren, bildete die zweitägige Feier des 100. Geburtstages von Karl Dedecius in Łódź (ursprünglich wurde ein fünftägiges Programm konzipiert, coronabedingt wurde es  auf zwei Tage verkürzt). Die Vorbereitung dieser Feier dauerte über zwei Jahre lang und wurde in Kooperation mit der Karl Dedecius Stiftung, der Europa-Universität Viadrina und der Universität Łódź in die Wege geleitet. Die Realisierung des gesamten Vorhabens fand unter der Mitwirkung des Deutschen Polen-Instituts in Darmstadt, des Karl Dedecius Archivs in Słubice, des Marek-Edelman-Dialogzentrums in Łódź, des Literaturhauses in Łódź, des Wissenschaftlichen Kreises der Avantgardisten an der Fakultät für Internationale Studien und Politikwissenschaften an der Universität Łódź und des Museums der Stadt Łódź statt. Es wurde von der Robert Bosch Stiftung und der Stiftung der Universität Łódź finanziert. Die Schirmherrschaft übernahmen die Präsidentin der Europa-Universität Viadrina, die Rektorin der Universität Łódź, der Ober-bürgermeister der Stadt Frankfurt (Oder) und die Präsidentin der Stadt Łódź.

Während der Feierlichkeiten in Łódź gab das Deutsche Polen-Institut bekannt, dass der Karl Dedecius Preis dank der Finanzierung der Sparkasse Darmstadt ab 2022 wieder vergeben wird. Dies wird in Partnerschaft mit der Villa Decius in Krakau und dem Europäischen Übersetzer-Kollegium Straelen geschehen. Auch die Karl Dedecius Stiftung wird zum Partner, dessen Aufgabe wird, die zukünftigen Preisträgerinnen und Preisträger zu öffentlichen Podiumsdiskussionen und Workshops mit den Studierenden nach Frankfurt (Oder) zu einladen.

Anlässlich des diesjährigen besonderen Jubiläums wurden zwei weitere Projekte realisiert. In Kooperation mit der Universität Łódź und der Europa-Universität Viadrina wurde ein Jubiläumsband unter dem Titel: „Karl Dedecius. Interverba – intergentes“ (hrsg. v. Ernest Kuczyński und Ilona Czechowska) veröffentlicht. Das Augenmerk dieses Bandes wurde auf die für Karl Dedecius wichtigste Städte (Łódź, seine Geburtsstadt, Darmstadt, wo Dedecius das Deutsche Polen-Institut gründete und Frankfurt an der Oder, wo Dedecius’ geistiges Vermächtnis weitergeführt wird) gelegt. In der Rezension des Breslauer Germanisten, Prof. Edward Białek (Universität Breslau), steht: „In seiner genealogischen Vielseitigkeit bietet [der Band] einen Rahmen nicht nur für rein wissenschaftliche Beiträge von neuestem Erkenntnisstand zu Dedecius‘ Werk, sondern auch für biografische und populär-wissenschaftliche Skizzen. Zu Wort melden sich herausragende Dedecius-Forscher, Literaturhistoriker und Übersetzer mehrerer Generationen, darunter auch Nachwuchs-wissenschaftler/innen – ein Aspekt von wesentlicher Bedeutung für die zukünftigen Forschungen zu Leben und Werk des „Zauberers aus Darmstadt“. […] Damit gehört die vorliegende Monografie zu den besten zuletzt erschienenen wissenschaftlichen Abhandlungen auf diesem Gebiet.“

Seit seiner Veröffentlichung wurde der Band an mehreren Orten präsentiert: im Mai an der Universität Łódź, im September im Collegium Polonicum in Słubice (während einer Konferenz der Deutschen Kulturstiftung) und in der Villa Decius in Krakau, zuletzt im November an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) (im Rahmen des Kolloquiums des Zentrums für Interdisziplinäre Polenstudien). Im Umlauf befindet sich inzwischen die zweite Auflage. Die Kosten für die Bucheditionen trugen die Europa-Universität Viadrina und die Universität Łódź. 

Ergänzend zu dieser Publikation wurde eine zweisprachige Wanderausstellung unter dem Titel: „Karl Dedecius: zwischen Worten – zwischen Völkern“ vorbereitet. Auch dies war ein sehr aufwändiges Projekt, an dem mehrere Akteure mitwirkten. Die Arbeit an der Ausstellung begann bereits im Herbst 2020, als Lodzer Studierenden (Mitglieder des Kreises der Avantgardisten an der Fakultät für Internationale Studien und Politikwissenschaften an der Universität Łódź) zu einem Workshop im Karl Dedecius Archiv in Słubice eingeladen wurden. Unter der Betreuung von Dr. Agnieszka Brockmann (Karl Dedecius Archiv), Dr. Ilona Czechowska (Karl Dedecius Stiftung), Dr. Anna Król (Karl Dedecius Archiv) und Dr. Ernest Kuczyński (Universität Łódź) wurden die ersten vier Ausstellungstafeln konzipiert.

Die Ausstellung besteht aus fünf Teilen. Der erste betrifft die Kindheit von Karl Dedecius, seine Jugend und die Kriegserfahrungen sowie seine Arbeit am Theaterinstitut in Weimar. Der zweite thematisiert Dedecius´ literarische Aktivitäten bis 1979. Der dritte zeigt die Geschichte des Deutschen Polen-Institutes, zusammen mit der Entstehung zunächst des Robert-Bosch-Stiftungspreises für polnische Übersetzer der deutschen Literatur und später des Karl Dedecius Preises, der seit 2003 nicht mehr nur an polnische, sondern auch an die deutschen Übersetzer polnischer Literatur verliehen wird. Der vierte Teil der Ausstellung präsentiert die Auszeichnungen, Ehrungen und Preise, die Karl Dedecius verliehen wurden, darunter die Ehrendoktorwürden, die deutschen, polnischen und die deutsch-polnischen Preise. Im letzten Teil der Ausstellung werden die Institutionen vorgestellt, dessen Charakter von Karl Dedecius stark geprägt ist, dazu gehören: die Karl Dedecius Stiftung, das Karl Dedecius Archiv, das Museum der Stadt Łódź, und die Villa Decius. Die Ausstellung „Karl Dedecius. Zwischen Worten – zwischen Völkern“ ist in enger Kooperation zwischen der Karl Dedecius Stiftung, dem Karl Dedecius Archiv, der Universität Łódź, dem Museum der Stadt Łódź und der Villa Decius in Krakau entstanden. Finanziert wurde sie aus den Mitteln der Karl Dedecius Stiftung und des Karl Dedecius Archivs. Die erste Präsentation der Ausstellung fand am 21. Mai, am Tag des 100. Geburtstages von Karl Dedecius, im Museum der Stadt Łódź statt. Später wurde sie in Krakau in der Villa Decius, in der Schlesischen Bibliothek in Katowice sowie im Collegium Polonicum in Słubice präsentiert. Weitere geplante Ausstellungsorte sind in Frankfurt (Oder), Posen, Bydgoszcz, Breslau, Berlin und München. Die Liste bleibt offen.

Anlässlich des 100. Geburtstages ihres Namensgebers war die Karl Dedecius Stiftung an der Organisation von zwei weiteren Veranstaltungen beteiligt. Am 9. Mai wurden die Bewohner von Frankfurt (Oder) und Słubice zu einem Podiumsgespräch (coronabedingt online) „Erinnerung an zwei Europäer: Karl Dedecius und Tadeusz Różewicz – Geschichte einer Freundschaft über die Grenzen hinweg“ eingeladen. Der polnische Dichter, Tadeusz Różewicz gehörte zu den wichtigsten Wegbegleitern von Karl Dedecius. Beide wurden im selben Jahr geboren. Als Zeugen des grausamsten Krieges im 20. Jh. beobachteten sie die Entwicklungen innerhalb Europas bis ins 21. Jh. Es verband sie das Interesse an Literatur und das Ringen um eine angemessene Sprache. Różewicz schuf sie, Dedecius übersetzte sie. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen das Engagement von Dedecius für die Verbreitung polnischer Literatur in Deutschland und Różewiczs Interesse und Offenheit gegenüber dem deutschen Nachbarn sowie deren Beitrag zur Prägung (mittels Literatur und Kultur) des Europas von heute. Diskutiert haben: Dr. Matthias Kneip, Elżbieta Sobótka und Dr. Ilona Czechowska. Durch den Nachmittag führte die Gäste Dr. Justus Werdin. Die musikalische Umrahmung gestalteten Karol Bosruk, Joanna Petrykowa-Wawrowska und Joanna Filus-Olenkiewicz. Zum Ausklang der Veranstaltung und dank der freundlichen Unterstützung vom Hanser-Verlag wurden einige Gedichte des polnischen Dichters vorgetragen. Das Podiumsgespräch wurde in Kooperation mit dem Ökumenischen Europa-Centrum in Frankfurt (Oder) unter der Schirmherrschaft des Frankfurter Oberbürgermeisters René Wilke und des Słubice Bürgermeister Mariusz Olejniczak organisiert.

Anlässlich des 100. Geburtstages von Tadeusz Różewicz sollte in Frankfurt (Oder) eine Ausstellung der Różewicz-Bilder von dem polnischen Fotografen Adam Hawałej gezeigt werden. Aufgrund der Pandemie wurde diese Ausstellung auf den Frühling 2022 verschoben.

Die nächste Veranstaltung, an der sich die Karl Dedecius Stiftung beteiligte, wardie dreitägige Konferenz der Kulturstiftung zum Thema „Verstehen und Verständigung: Deutsch-Polnische Literaturbeziehungen im 20./21. Jahrhundert“. In einem Vortrag wurden hier die wichtigsten Aktivitäten der Stiftung vorgestellt. Gleichzeitig wurde gezeigt, wie man mit Dedecius´ Ansätzen auch heutzutage arbeiten und sie gegenwärtig und zeitgemäß auslegen kann. Zum Ausklang dieser Konferenz wurden ihre Teilnehmer und Teilnehmerinnen zu einer Stadt-führung auf Spuren von Karl Dedecius eingeladen. Daraus ergaben sich Gespräche über die Schnittstellen zwischen den Arbeitsfeldern und Plänen der Gedenk- und Dokumentationsstätte der Viadrina Museum in Frankfurt (Oder) und der Karl Dedecius Stiftung.

Die Karl Dedecius Stiftung wurde auch in Mainzer Polonicum, im Rahmen der Kulturkunde vorgestellt. Neben den vielen Themen, mit denen sich die dortigen Studierenden beschäftigen, widmeten sie sich auch Karl Dedecius, seiner Rolle als Kulturvermittler und Brückenbauer, sowie der Frage, ob die Beschäftigung mit solchen Persönlichkeiten, wie Karl Dedecius, immer noch angebracht ist.

Mit der Rolle des literarischen Übersetzers beschäftigten sich ebenfalls die Schüler in Drogomyśl (in Schlesien), in einem von der Stiftung durchgeführten Workshop. Die Jugendlichen überlegten und diskutierten, wie die Wahrnehmung der Welt ohne ausländische Literatur aussehen würde. Dabei bekamen sie die Möglichkeit, mit dem Leben und Werk von Karl Dedecius in Berührung zu kommen.

Auf Initiative der Geigerin Joanna Filus-Olenkiewicz fanden im Sommer zwei Konzerte in Polen statt, in Żywiec und Bielsko-Biała. Auch an dieser Initiative war die Karl Dedecius Stiftung beteiligt.

Am 10. Dezember, im Rahmen einer Initiative der Doppelstadt Frankfurt (Oder)-Słubice „Der Lebendige Adventskalender“ sollten die Stadtbewohner zu einer Lesung eingeladen werden. In Kooperation mit dem Karl Dedecius Archiv am Collegium Polonicum in Słubice sollten die Weihnachtskarten, die Karl Dedecius von seinen Freunden bekommen bzw. seinerzeit verschickt hatte, präsentiert und vorgelesen werden. Aufgrund der steigenden Inzidenzzahlen wurde diese Veranstaltung abgesagt und auf nächstes Jahr verschoben. 

Im Rahmen des Dedecius-Jahres wurde noch eine weitere Veranstaltung geplant. In Kooperation mit dem Karl Dedecius Archiv, Sprachenzentrum, ASTA, Zentrum für Interdisziplinäre Polenstudien, Akademischen Lyzeum am CP, Collegium Polonicum und der Interkulturellen Germanistik an der Europa-Universität Viadrina wurde ein Antrag im Rahmen des Wettbewerbs „Eine Uni – ein Buch“ des Stifter Verbandes gestellt. Er wurde dennoch abgelehnt.

Im Herbst 2021 begann wieder der Tandem Kurs für Senioren aus der Grenzregion unter dem Titel „Literaturgespräche“. In Kooperation mit dem Verein Arbeiten und Leben in historischen Gebäuden aus Frankfurt (Oder) wurden die Teilnehmenden zur Beschäftigung mit den deutschen und polnischen Schriftstellerinnen und Schriftstellern sowie der Kulturvertretern aus der Region eingeladen. Anfang November besuchten sie das Kleist-Museum. Im Dezember sollten sie ebenfalls das Viadrina-Museum besichtigen. Dieser Termin wurde aufgrund der Pandemie abgesagt und der Kurs bis Januar eingestellt. Die Fortsetzung ist geplant. 

Dank der Unterstützung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien konnte in Frankfurt (Oder) die Ausstellung „Władysław Bartoszewski – Widerstand, Erinnerung, Versöhnung, Kulturdialog“ präsentiert werden. Der vierte Teil dieser Ausstellung „Kulturdialog“ entstand  im Rahmen des von der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit finanzierten Projektes „W. Bartoszewski im deutsch-polnischen Kulturdialog“ und unter der Mitwirkung des Pan-Tadeusz-Museums der Ossoliński-Nationalbibliothek in Breslau und der Bartoszewski-Initiative der Deutsch-Polnischen Gesellschaft in Berlin. Corona-bedingt wurde der Zugang zu dem Ausstellungsort stark eingeschränkt, sodass ihre Besichtigung nur für die Mitglieder der Europa-Universität möglich war. In den danach folgenden Monaten wurde die sich in Obhut der Bartoszewski-Initiative befindende Ausstellung in der Akademie für Politische Bildung in Tutzing, im Bischof-Moser-Haus in Stuttgart, im Donau-Einkaufzentrum in Regensburg, im Regierungspräsidium am Rondellplatz in Karlsruhe, im Abgeordnetenhaus Landtag Rheinland-Pfalz in Mainz, im Amtssaal in Wriesen sowie im Medizin- und Schulungszentrum in Brandenburg/Havel gezeigt.

Als Begleitveranstaltung zu der präsentierten Ausstellung fand im Herbst 2020, anlässlich des 5. Todestages von W. Bartoszewski, ein Symposium unter dem Titel: „Brücken bauen“. Während dieses Symposiums entstand die Idee, jährlich ein Symposium über nachbarschaftliche Beziehungen zwischen Deutschland und Polen durchzuführen und eine neue Reihenveranstaltung „Bartoszewski Promemoria“ ins Leben zu rufen. In Kooperation mit der Kardinal Stefan Wyszynski Universität Warschau sowie dem in Frankfurt (Oder) ansässigen Ökumenischen Europa-Centrum (OeC), Viadrina-Center B/ORDERS IN MOTION, Zentrum für Interdisziplinäre Polenstudien und der ARLE GmbH fand im November 2021 das erste Online-Symposium der neuen Reihe zum Thema „Sprache des Nachbarn“ statt. Finanziert wurde diese Veranstaltung von der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit. Fast 100 Interessierte aus Deutschland und Polen, darunter Studierende, die das Symposium als Teil ihrer Seminare besuchten, verfolgten die Diskussionen, zu denen Vertreter und Vertreterinnen aus Recht (Prof. Paulina Starski und Prof. Andrzej Wróbel, Prof. Natalia Kohtamäki), Religion (Dr. Tadeusz Kuźmicki, Theresa Rinecker, Dr. Justus Werdin) und Übersetzungskultur (Sława Lisiecka, Renate Schmidgall, Dr. Ilona Czechowska) eingeladen wurden. Das Augenmerk wurde dabei auf die Rolle der Sprache und Kommunikation im deutsch-polnischen Austausch gelegt. Den Eröffnungsvortrag hielt Prof. Irena Lipowicz, die ehemalige Beauftragte des polnischen Außenministeriums für deutsch-polnische Beziehungen. Die Abschlussrede hielt der Viadrina-Emeritus, Prof. Dr. Gangolf Hübinger. Das nächste Symposium in derselben Reihe (voraussichtlich zum Thema „Transformationen“) ist jetzt schon für den Herbst 2022 geplant und wird mit denselben Projektpartnern realisiert.

In Kooperation mit der Kardinal Stefan Wyszyński Universität Warschau werden seit 2021 noch zwei weitere Projekte realisiert. Das erste, unter dem Titel „Deutsch-polnische Zusammen-arbeit im Bereich des Verwaltungsrechts: Kommunikationsprobleme und Lösungsstrategien bei der Übersetzung von juristischen Fachtexten. Einleitung einer empirischen Untersuchung am Beispiel der Übersetzung des Werkes von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Eberhard Schmidt-Aßmann Verwaltungsrechtliche Dogmatik. Eine Zwischenbilanz zu Entwicklung, Reform und künftigen Aufgaben“ wird durch die Fritz Thyssen Stiftung finanziert. Das zweite Projekt – „Verwaltungsrechtswissenschaft im Dialog: Interdisziplinäre Forschungsansätze zur Bedeutung der Fachsprache für das gegenseitige Verständnis von polnischen und deutschen Juristen“ ist etwas komplexer. Es umfasst die Vorbereitung einer wissenschaftlichen Konferenz, eines Studienaufenthalts und Beratungsgespräche mit Prof. Eberhard Schimidt-Aßmann in Heidelberg, die Durchführung eines Workshops für Studierende der Europa-Universität Viadrina und der Kardinal Stefan Wyszyński Universität sowie eine Diskussion zum Thema „Die Rezeption der Neuen Verwaltungsrechtswissenschaft in Deutschland und Polen“. Die Diskussion fand kurz vor dem Jahresende auf der ZOOM-Plattform statt. Dieses Projekt wird dank der finanziellen Unterstützung der Deutsch-Polnischen Wissenschaftsstiftung realisiert. An diesem Vorhaben sind die Juristische Fakultät und das Sprachenzentrum der Europa-Universität beteiligt.

Zwei Projekte wurden aufgrund der Pandemie auf das Jahr 2022 verschoben. Das betrifft die Studienfahrt nach Breslau (Projektpartner: Ökumenisches Europa-Zentrum in Frankfurt (Oder)) und „Literaturübersetzung im deutsch-polnischen Kulturdialog – Zbigniew Herbert in der Übersetzung ins Deutsche. Ein Workshop für deutsche Polonisten und polnische Germanisten“ (mehrere Projektpartner, Finanzierung durch die Marion Dönhoff Stiftung). Beide Projekte sollten ursprünglich 2020 realisiert werden.

Über die laufenden Projekte, Veranstaltungen und Initiativen der Karl Dedecius Stiftung wird regelmäßig auf den WWW-Seiten der Karl Dedecius Stiftung und ihrer Projektpartner sowie über die Pressestelle der Europa-Universität der Viadrina, die Pressestelle des Collegium Polonicum und über die akademischen Fachverteiler informiert.

Ähnlich wie im Jahr 2020 wurden viele Aktivitäten der Karl Dedecius Stiftung auch im Jahre 2021 durch die Pandemie stark beeinflusst und beeinträchtigt. Demzufolge konnten nicht immer alle Projekte plangemäß – wie in den Jahren vor der Pandemie – durchgeführt werden. Und doch – trotz einigen Widrigkeiten – konnte die Karl Dedecius Stiftung ihren Stiftungszweck auch in dem Kalenderjahr 2021 durch die vielen Initiativen erfüllen.

Dr. Ilona Czechowska
Geschäftsführerin der Karl Dedecius Stiftung

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